Belastung und Anspannung in Balance halten.

Im Executive-Coaching ist das Thema, wie ich mit der enormen Belastung umgehe, immer wieder ein Thema. Dass eine leitende Funktion mit einer enormen Belastung verbunden ist, ist für die Betroffenen in der Regel keine Überraschung. Spannend wird es bei der Fragestellung, wie ich konkret mit dieser Belastung umgehe. Wie ich die für mich passende Dynamik von Anspannung und Entspannung in meinen Alltag integriere.

Vitales Leben findet in der Dynamik von Anspannung und Entspannung statt

Häufig werden Versuche gestartet, wie ich die Anspannung im Arbeitsalltag reduzieren kann. Das fängt bei der Professionalisierung des persönlichen Zeitmanagements an, setzt sich über die Effizienzsteigerung der regelmäßig stattfindenden Besprechungen fort und geht hin bis zur Optimierung der Arbeitsabläufe, z.B. mithilfe von Lean-Administration (Kerstin, bitte hier entsprechend verlinken). Alles gute Ansätze, doch haben sie nur die eine Hälfte im Blick, die Reduktion der Belastung.

„Entspannungsweltmeister“, um überleben zu können

Ein Versuch, mit der extremen Belastung umzugehen, startet auf der anderen Hälfte der Ambivalenz von Anspannung und Entspannung. Bevorzuge ich die körperliche Ebene, dann wird z.B. der Sport oder Entspannung in der Bewegung gewählt. Oder ich gönne mir Massagen u.ä. Auf der geistigen Ebene bieten Ansätze wie Achtsamkeit wirkungsvolle Optionen. Gelingt dies nicht, dann wird immer wieder Entspannung über den Einsatz von Suchtmitteln gesucht. Eine gute Einordnung z.B. von Alkohol ist mir letzte Woche bei einer sehr unterhaltsamen Fahrt auf einem Anhänger inklusive Wein-Degustation rund um Groß-Umstadt (durch die Weinberge des vorderen Odenwaldes) begegnet.

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Vitalität als aktiv gestaltete Dynamik zwischen Anspannung und Entspannung

Eine Perspektive, die häufig ein Aha-Erlebnis bei meinen Coachees auslöst, ist die Erfahrung von Vitalität als Dynamik zwischen Anspannung und Entspannung. Es geht darum, wie ich bewusst in die Dynamik und die damit verbundene Anstrengung hineingehe und wie ich mich wieder bewusst aus dieser Anstrengung löse. Und genau in diesem Wechsel von Anspannung und Entspannung liegt für viele das Erfolgsgeheimnis, um mit der beruflichen Belastung umgehen zu können. Wenn es mir gelingt, den Umgang mit dieser Dynamik nicht als Objekt der Dynamik zu erleben, sondern diese als Akteur aktiv zu gestalten, entwickle ich häufig unerkannte Resilienz-Potenziale – verbunden mit erlebter Vitalität. Fast so, dass ich mich auf die nächste Belastung freue, um die anschließend Entspannungsreaktion wieder genießen zu können. 

Warnhinweis

Auch diese Form von Vitalität enthält ein gewisses Suchtpotenzial und damit die Verführung, in immer weitere Belastungsszenarien vorzustoßen, obwohl mich manche Belastungssituationen auch definitiv überfordern können. Als achten Sie darauf, wie es Ihnen gelingt, die Dynamik als Vitalität zu gestalten und nicht der Versuchung von „immer mehr“ als Anreiz für die maximale Entspannungsreaktion zu erliegen.

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