Andersheiten verstehen, das macht das Leben erst interessant!

Klaus Doppler ist ein Autor, der beim Thema Change Management zur Pflichtlektüre gehört, somit war das schon der erste Grund zuzugreifen. Und die gemeinsame Autorenschaft mit Luyanda Mpahlwa – ein Organisationsberater und ein Architekt als Autorenduo – das verspricht spannend zu werden.

 

Jeder lebt in einer anderen Welt

Mit einem Zitat von Arthur Schopenhauer: „Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“ machen die Autoren ihr Grundanliegen im Vorwort deutlich. Wenn wir schon in unterschiedlichen Welten leben, dann bleibt uns nur eines: mit dieser Unterschiedlichkeit aktiv umzugehen. Dazu versprechen sie Ideen und Umsetzungsbeispiele.

 

Unterschiedliche Biografien

Das Vorwort mit der ausführlichen Darstellung der zwei persönlichen Lebenswege der Autoren macht Appetit. Der eine (Doppler) mit seinem Weg über eine kirchliche Sozialisation, Leben in einem Orden bis hin zum Change Experten und der andere (Mpahlwa) mit seinem Weg aus dem ländlichen Südafrika nach Deutschland inklusive Architekturstudium bis hin zur Stadtentwicklung in Südafrika. Diese zwei sehr unterschiedlichen „Andersheiten“ versprechen einen inspirierenden Blick auf die Andersheiten, die wir im globalisierten Kontext unserer Lebenswirklichkeit erleben.

 

Gleichheiten oder Unterschiede sehen? Andersheiten erkennen?

Die Unterschiede zu sehen, die Andersheiten zu erkennen, verspricht den höheren Erkenntnisgewinn. Mit einem Zitat von Jean Guitton: „Die Unterschiede sehen, die bei Übereinstimmungen bestehen, ist intelligenter, als die Gleichheit unter Verschiedenheiten sehen…“ (S. 80). Und besonders aufschlussreich sind die Gründe für diese Unterschiede, auch wenn ich dieser anderen Meinung nicht zustimme. Aber offensichtlich hat mein Gegenüber Gründe für seine Perspektive und genau diese Gründe bereichern wieder meine Perspektive.

 

Aus der Perspektive der persönlichen Logik heraus verhält sich jeder vernünftig

Realisiere ich, dass sich jeder Mensch aus der Perspektive seiner individuellen Logik heraus vernünftig verhält, dann kann ich von der Fragestellung, wer Recht hat, zu einer viel spannenderen Fragestellung gelangen: Was kann ich aus der Perspektive des Anderen hinzugewinnen? Welcher gemeinsame Mehrwert kann daraus entstehen?

Und natürlich die Preisfrage: Wie kann ich mit meinem Gegenüber zu einem produktiven Dialog darüber gelangen?

 

Dialog mit Andersheiten bedeutet eine Brücke zu bauen

Im Bewusstsein, dass ein im Dialog aufeinander zugehen auch ein Risiko bedeutet, da ich selbst in Vorleistung gehen und auf mein Gegenüber zugehen muss, empfehlen Autoren drei Pfeiler, die diese Brücke tragen können:

  • Ein emotionales Fundament
  • Stabiles Selbstwertgefühl der Beteiligten
  • Annäherung durch echten Dialog

Dieser Dialog sieht Kommunikation als zweiseitiges Geschehen. Außerdem wird häufig Kommunikation reduziert verstanden, als reine Information. Kommunikation, so wie sie die Autoren skizzieren, ist ergebnisoffen, sie versucht die Einstellung des Gegenübers zu ergründen, sie ist wertschätzend…

 

Beispiele aus Südafrika

Neben den umfangreichen Hinweisen und Empfehlung runden die Beispiele von Mpahlwa aus der südafrikanischen Stadtentwicklung, indem die Bewohner*innen eine äußerst aktive Rolle einnehmen, das Buch facettenreich ab. Auch die Erklärungen und Erfahrungen zu „Ubuntu“ faszinieren. Während der Lektüre entwickelten sich bei mir erste Ideen, was das wohl für Stadtentwicklung in Deutschland oder Change-Vorhaben in Betrieben bedeuten könnte.

Bewusster Selbstschutz und heitere Besessenheit

Am Ende des Buches kommen die Autoren noch zu zwei entscheidenden Elementen. Es geht zum einen um das Thema „Selbstschutz“. Hier lautet die Empfehlung: „Transparenz von Andersheiten statt uneingeschränkter Willkommenskultur“. Einige Spielregeln und Handlungsempfehlungen können dabei helfen.

Letztendlich bleibt das Gelingen offen. Deshalb ihr Resümée: Handeln mit heiterer Besessenheit und im Bewusstsein, dass alles auch anders werden kann.

 

Mein Fazit: das gesamte Buch ist eine sehr freundliche Einladung zur Selbstreflexion. Ich bin dieser Einladung gerne gefolgt.

 

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