Positive Psychologie praxisnah umgesetzt!

Nico Rose spricht aus der betrieblichen Praxis. Dies wird schon im ersten Satz des ersten Kapitels durch die Worte einer ehemaligen Mitarbeiterin bei der Bertelsmann-Gruppe deutlich, die den Autor als Führungskraft erleben durfte. Und man merkt es Rose im gesamten Buch an, dass es ihm nie um Eigenlob, sondern um möglichst authentische Anregungen für den Führungsalltag und die Arbeit seiner Leser/-innen geht. Und wenn dazu Positive Psychologie ihren Beitrag leistet, dann gilt es unmittelbar in die Lektüre einzusteigen!

 

Arbeit kann besser werden – Arbeit muss besser werden

Klar ist, dass Arbeit immer weiter verbessert werden kann, sowohl aus der Perspektive der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer, besser werden muss. Dabei geht es Rose nicht um ein Herumdoktern am Symptom mangelnder Arbeitszufriedenheit („Überspitzt ausgedrückt: Wo Feelgood-Management notwendig ist, hat die Unternehmensführung bereits versagt“, S. 29), sondern um fundamentale Verbesserung. Für die aber die wesentlichen Voraussetzungen bereits vorliegen, sodass das Rad nur geölt, nicht neu erfunden werden muss!
Seine Grundidee, in Anlehnung an die Selbstbestimmungstheorie: alles, was Menschen in ihrem Leben anstreben, lässt sich auf drei grundlegende Bedürfnisse zurückführen:

–      Selbstbestimmung

–      Verbundenheit mit anderen

–      Erleben von Kompetenz und Wirksamkeit.

 

Positive Psychologie als wesentlicher Beitrag zur Stärkung der Selbstbestimmung und der Arbeit

Da für den Autor der Ansatz der Positiven Psychologie einen wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Arbeit darstellt, führt er in die Grundgedanken der Positiven Psychologie (Kapitel 2) und ihre Anwendung in Organisationen (Kapitel 3) ein. Dabei geht es im wesentlichen um fünf Elemente, mit denen er an „Flourish“ von Seligman anschließt:

–      Positive Emotionen

–      Engagement

–      Gelingende Beziehungen

–      Sinnerleben und

–      Leistung, Zielerreichung und Erfolg.

 

Jedem Element widmet er ein vollständiges Kapitel. Dabei beschreibt er den aktuellen Stand der Forschung und, was mir besonders gut gefällt, illustriert dies mit Beispielen aus der Praxis, die er in Form von Interviews einbindet. Als Beispiel sei hier Fabian Kienbaum genannt. Er nennt sich selbst „Chief Empowerment Officer“ und schildert seine Erfahrungen mit dienender Führung, die v.a. im Blick hat, den Handlungsspielraum, in dem sich Mitarbeiter frei bewegen können, zur Verfügung zu stellen. Seine Vision dabei: „Ich hoffe darauf, dass ich irgendwann überflüssig bin“ (S. 140).

 

„In der Regel ist Schlechtleistung eine Folge von Schlechtführung“ (S. 164)

Eigentlich sollte dieses Kapitel eine Pflichtlektüre für jede Führungskraft sein. Angefangen vom gezielten und angemessenen Einsatz des transaktionalen und des transformationalen Führungsstils, über dienende Führung, Pygmalion-Effekt, Respekt, Bescheidenheit und Feedback. Rose bietet mit diesen 34 Seiten nicht nur die entscheidenden Stichworte für gelingende Führung, sondern regt mit seinen Praxisbeispielen auch zum selbständigen Vertiefen an. Könnte z.B. die App Leada nicht auch im eigenen Betrieb eine sinnvolle Untrstützung für Führungskräfte sein? Nach der Lektüre des Interviews mit Frank Kübler wird sicherlich der eine oder die andere Leser/-in darüber nachdenken…
Und im dem Kapitel über die kreative Organisation öffnet der Autor den Blick von der Führungskraft hin zur Frage von betrieblichen Strukturen und Gewohnheiten, die mehr Kreativität im Wege stehen.

Reifung des Menschen als Innovationstreiber

Im Abschlusskapitel bringt Rose in Anlehnung an Nefiodow den aus meiner Sicht entscheidenden Punkt:
Für den kommenden Aufschub wird die Reifung des Menschen selbst ganz maßgeblich. Damit wird deutlich, dass es dem Autor nicht um die Zukunft der Arbeit an sichgeht, sondern um das Hier und Jetzt von Arbeit und Führung. Genau dazu lädt er den/die Leser/-in sehr gekonnt und fundiert ein!
Arbeit besser machen Loquenz

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