„Sehr reißerischer Titel – guter Inhalt“

Der Teufel im Anzug auf dem Cover hat mich neugierig gemacht. Und im Alltag der Unternehmen ist das Phänomen, dass sich schlechte Führung erstaunlich lange hält und oft auch an der Spitze durchsetzt immer wieder zu beobachten. Insofern ist das Buch für alle die gedacht, die diesem Phänomen auf die Spur kommen wollen. Das ist auch der Zielkorridor der Autoren: „Sollten unsere Überlegungen und Ausführungen mithelfen, die Fehlentwicklungen in unserer Führungswelt besser zu verstehen und damit auch ein Stück weit zu den erforderlichen Korrekturen beizutragen, dann sehen wir den Zweck dieses Buches als erreicht an“ (S. 18).

 

Teil 1

Im Teil 1 stellen sie vor, woran man schlechte Führung erkennt. Schlechte Führung ist dabei, wenn sich Führung unsauberer Mittel bedient und die falschen Ziele verfolgt. Wobei das Attribut „schlecht“ nie eine objektive Bewertung darstellen, doch zumindest intersubjektiv festgestellt werden kann. „Im Zweifel gilt also: Nur mit guten Gründen, nicht aber allein mit genauen Zahlen können wir annäherungsweise darüber befinden, warum eine Führung das Attribut gut oder schlecht verdient“ (S. 48). Für mich ein wichtiger Vorbehalt, um nicht der Gefahr zu erliegen, den persönlichen Maßstab zu verabsolutieren.

 

Teil 2

Teil 2 ist der Beschreibung gewidmet, weshalb schlechte Führung entsteht. Da ist zum einen die Persönlichkeit der Führungskraft mit ihren möglichen Krankheitsbildern zu nennen. Ein weiterer Faktor ist die Verführung durch den Erfolg, verbunden mit ausbleibenden kritischen Feedbacks für die Führungskraft. Gut untersucht sind auch die Situationsfaktoren, die Führung schlecht werden lässt, und schließlich die Beeinflussbarkeit der Mitarbeiter, die auch zur schlechten Führung beitragen. Hier beziehen sich die Autoren auf das Milgram-Experiment.

Teil 3

Im Teil 3, steht endlich die Frage im Mittelpunkt, wie wir schlechter Führung begegnen können. Naturgemäß führen die Autoren zahlreiche Faktoren auf. An erster Stelle: die Rolle des Personalmanagements mit den Facetten der Auswahl und Entwicklung von Führungskräften wie auch der Ausgestaltung der Führungsrolle. Die Reflexion von Führungstugenden und Führungspersönlichkeit sind weitere Faktoren. Und schließlich die Frage der Besetzung von Führungsrollen („Die Schlechten raus, die Guten rein“). Das Resümée der Autoren: „Die klare Ansprache und offene Auseinandersetzung mit der Bad Leadership-Problematik ist erforderlich, denn nur so können wir das ´Wehe´ minimieren, das Führung verursacht, und das ´Wohl´ maximieren, das von ihr ausgehen kann“ (S. 132).

 

Für diese Auseinandersetzung sind die gut 130 Seiten. Ein inhaltlich wertvoller Beitrag, auch wenn der Sprachstil für manche zu reißerisch gewählt sein mag. Doch diese Einschätzung liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.
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