Resilienz – schwäbisch und ganzheitlich

Meine heimische Joggingstrecke führt mich u.a. an der Steinlach und an einem soziokulturellen Zentrum (Sudhaus) vorbei. Seit Corona in aller Munde ist, hängt dort ein Plakat mit zwei Empfehlungen:
  • Bleiben Sie gesund!
  • Bleiben Sie bei Trost!

 

Gesundheit

Für mich bringt es vor allem die zweite Empfehlung auf den Punkt. Sie deutet Gesundheit nicht nur als körperlich nicht krank, sondern als mehr an. Gesundheit wird nicht nur als körperliches, sondern auch als geistiges und soziales Phänomen verstanden. Und damit verweist sie auf das Verständnis von Gesundheit, wie es sich auch die Weltgesundheitsorganisation auf die Fahne schreibt. Die WHO definiert Gesundheit als einen „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur des Fehlens von Krankheit oder Gebrechen.“ (Verfassung der Weltgesundheitsorganisation).

 

Momentan erlebe ich in meiner Beratung von Führungskräften das Vermeiden von Erkrankung als dominante Aufgabe. Diese ist Dank zahlreicher Hilfestellungen zur angemessenen Hygiene in den Betrieben gut umzusetzen. Für den Umgang mit der Corona-Pandemie ist dies der erste wichtige Schritt. Umso länger wir der Frage nach dem angemessenen Umgang mit Covid-19 ausgesetzt sind, umso wichtiger wird der zweite Teil, die Frage nach dem Wohlergehen.

 

Hierzu liefern die Erkenntnisse von Antonovsky unter dem Stichwort Salutogenese die passenden Hinweise für Führungskräfte. Wie kann ich meinen Führungsstil so wählen, dass ich meine Mitarbeiter/-innen dabei unterstütze, mit der Angst vor Corona angemessen umzugehen? Indem wir so gut wie momentan möglich den Wirkmechanismus von Corona verstehen (dazu gehört auch, in Bezug auf Erkenntnislücken transparent zu sein) =Verstehbarkeit. Daraus Handlungsmöglichkeiten ableiten, die uns das betriebliche Miteinander ermöglichen = Handhabbarkeit, um den Sinn unserer Arbeitsaufgabe weiter realisieren zu können = Sinnhaftigkeit. Die Forschungsergebnisse zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement zeigen schon lange den hohen Einfluss des Führungsverhaltens auf die Mitarbeitergesundheit auf. Unsere aktuelle Situation fokussiert damit einmal mehr auf das Thema Arbeits- und Führungskultur in unseren Betrieben und Organisationen.
Dreieck der Salutogenese

 

Die Sorge vor dem krankmachenden Covid-19 nimmt uns im Moment leider die Kapazität, uns stärker um die vitalisierenden und die Gesundheit erhaltenden Faktoren kümmern zu können. Ich hoffe, dass wir uns in den Betrieben bald wieder stärker „weg von“ der Bedrohung durch Corona „hin zu“ der weiteren Verbesserung der Arbeits- und Führungskultur konzentrieren können.

 

Einen kleinen Tipp, was das bedeuten könnte, gibt z.B. Frederic Laloux in einem Interview (vgl. ab Min. 8:30).

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