Liebe Neun heilsame Wege – neun Anregungen für den eigenen Lebensweg

Die Mystikerin Hildegard von Bingen ist mir das erste Mal während einer Fastenwoche begegnet. Ich war überrascht, wie wohltuend es ist, ihre Ernährungsempfehlungen in die Praxis umzusetzen und am eigenen Körper zu erleben. Dinkel, Flohsammen, Galgant, Bertram, Quendel, Ingwer u.ä. sind seither nicht mehr aus unserer Küche wegzudenken.

 

Annette Heizmann, Theologin, Religionspädagogin und erfahrene Leiterin von Fastenkursen, lädt als Hildegard-Expertin mit diesem Buch ein, sich Hildegard von Bingen auf neun unterschiedlichen Wegen zu nähern. Jeder Weg ist gleichzeitig eine Option, sich von Hildegard für das eigene Leben anregen zu lassen. Jede dieser Zugangsweisen beinhaltet ganz konkrete Hinweise (bis hin zu Kochrezepten) für die persönliche Umsetzung im Alltag oder für eine Auszeit.

 Beginnen wir mit der Liebe, Essen und Schlaf

Die Autorin startet mit dem Thema Liebe. Erst wenn ich diese empfange, kann ich sie auch geben. Sie geht der Spur nach, was es bedeuten könnte, ein Kuss der Liebe Gottes zu sein. Im zweiten Weg wird es pragmatisch. Das Essen steht im Vordergrund. Schließlich nährt Essen nicht nur unseren Leib, sondern auch unsere Seele. Der dritte Weg ist dem Schlafen und Wachen gewidmet. Hier gibt die Autorin Anregungen für eine gute Balance zwischen diesen beiden Polen.

Der Rhythmus

Der passende Rhythmus trägt dazu bei, wirklich präsent sein zu können. Im vierten Weg steht die Freude im Vordergrund. Wie kann ich diese (wieder-)entdecken? Die nächsten drei Wege sind sicherlich vielen aus Fastenkursen vertraut. Wie kann ich meine persönliche Fastenzeit gestalten? Welche Orte tun mir gut und geben mir Kraft? Wie bleibe ich vital?

Der achte Weg

Der achte Weg ist der persönlichen Gottesbeziehung gewidmet, aus der heraus ich meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen gestalte. Der neunte Weg stellt sozusagen den übergeordneten Fahrplan dar. Die Übung der liebenden Aufmerksamkeit nach Ignatius von Loyola ist dafür eine inspirierende Anregung. Ein persönlicher Brief der Autorin an Hildegard von Bingen und Erklärungen zur lingua ignota, der wahrscheinlich ersten Kunstsprache der Welt, die von Hildegard geschaffen wurde, runden das Buch ab.

 

Wer die Autorin schon einmal bei einer Buchlesung erlebt hat, weiß um die Fülle ihres Wissens, die sich auch im Buch wiederspiegelt. Manchmal hat man fast den Eindruck, dass mehr Fokus dem Leser das Leben leichter machen würde. Doch andererseits bietet sie mit dieser Breite und ihrem z.T. assoziativem Schreibstil eine Fülle an Optionen, die ich nutzen kann, um das Phänomen Hildegard für mich zu erschließen.

Die sorgfältige Gestaltung des Buches in Text und Abbildungen erleichtert den Zugang, da damit das Unbewusste zusätzlich angesprochen wird. Und die Liedtexte von Elke Voltz sind Anregungen aus heutiger Zeit und ein Beispiel, welche Ressonanz Hildegard entfalten kann.

 

Es ist kein Buch, das man konzentriert von vorne nach hinten durchliest, sondern eher ein Werk, das man immer wieder zur Hand nimmt und dessen Inspiration in Alltagsmomenten aufleuchten mag. Wer an einer solchen Lesereise Freude hat: herzliche Einladung!

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Der Hildegard-Code - Liebe

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